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Jakobswege

Das Netzwerk der deutschen Jakobswege

Die Wahl der geeigneten Pilgerroute
Wie viele Pilger war auch ich fest entschlossen, den spanischen Camino beginnend von Pamplona bis nach Santiago de Compostela zu befahren. Nach zwei Monaten Recherche über die Transportmöglichkeiten der eigenen Räder nach Pamplona, über die Unterkünfte für Radpilger und über organisierte Gruppenreisen stieß ich auf eine zunehmende Anzahl von Unwägbarkeiten, die mein Vorhaben zwar nicht grundsätzlich in Frage stellten. Doch die damit verbundenen Risiken hätten die Erreichung meines eigentlichen Ziels empfindlich stören können.
Für den Fall, dass wir unterwegs medizinische Versorgung benötigen oder einen technischen Defekt an unseren Rädern haben, der nicht durch mich behoben werden kann, benötigen wir eine tourbegleitende Reiseleitung. Zudem werden Unterkünfte in den Pilgerherbergen vorrangig an Fußpilger vergeben und bieten wenig Schutz für die mitgeführte Ausrüstung. Deshalb wollten wir von einem örtlichen Reiseanbieter Zimmer in Pensionen und Hotels  reservieren lassen. Bei genauerer Recherche fallen zwar viele Angebote im Internet auf. Doch die stützen sich nur auf wenige Anbieter vor Ort. Oft werden die Touren eines örtlichen Veranstalters von diversen Reisebüros angeboten. Teilweise auch unter eigenem Namen.

Die Hürden der spanischen Variante

Die Angebote der örtlichen Reiseveranstalter lassen zwei Hürden offen:

1. Tagesetappen weisen viele Kilometer auf
Bei organisierten Reisen sind die meisten Höhenmeter an aufeinanderfolgenden Tagen zu erbringen. Parallel sind an diesen Tagen auch noch Distanzen von 60 bis 70 km zu fahren. Dabei ist das Nordgebirge am Camino die regenreichste Region Spaniens, so dass diese hohe körperliche Anstrengung gegebenenfalls auch noch unter widrigen Wetterverhältnissen zu erbringen ist. Unter diesen Bedingungen ist die Tour vielleicht noch zu schaffen. Doch mein Ziel, eine Pilgerfahrt zur Entschleunigung zu unternehmen, wäre definitiv gefährdet.

2. Problematischer Transport eigener Fahrräder

Der Hin- und Rücktransport der Räder nach Pamplona als auch der Rücktransport von Santiago nach Pamplona wird vom Veranstalter nicht bzw. nicht geeignet gelöst. Die spanische Bahn transportiert keine Fahrräder. Bustouren von Raum Hamburg aus werden nicht angeboten. Die Anfahrt mit dem eigenen Auto ist teuer (Sprit, Mautgebühren, Zwischenübernachtung etc.), zeitaufwendig und an unbewachten Abstellmöglichkeiten vor Ort auch riskant. Gleiches gilt auch für den Einsatz eines Mietwagens. Wer den eigenen PKW oder das Mietfahrzeug während seiner Pilgerfahrt nicht einbruchs- und diebstahlsicher, z. B. in einer Hoteltiefgarage,  abstellen kann, sollte von der Idee abstand nehmen. Es wird vom systematischen Ausschlachten abgestellter Fahrzeuge berichtet. Das Transportieren der Räder im Flugzeug ist die häufigste Variante. Von den verschiedenen Verpackungs- und Demontagevorgaben der Fluglinien ließe ich mich nicht abschrecken. Aber der nach Tagesform des Personals ausgesprochen schlechte Umgang mit Rädern beim Ver- und Entladen auf Flugplätzen ist ein erhebliches Problem. Das kann auch nicht durch Verpacken mit luftgepolsterter Folie beseitigt werden. Und die Räder müssen je nach Flugverbindung zwei bis drei Ver- und Entladevorgänge überstehen, bevor sie in Pamplona stehen.

Die deutschen Jakobswege als Alternativlösung
Für diese beiden kritischen Punkte habe ich keine geeignete Lösung gefunden und schweren Herzens die Spanische Pilgerfahrt zurückgestellt. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Rahmenbedingungen können sich schließlich im Laufe der Zeit ändern. Auf der Suche nach alternativen Pilgerösungen stieß ich auf die ausführliche Internetseite www.deutsche-jakobswege.de von Beate Steger. Frau Steger hat ein umfassendes Netz an deutschen Jakobswegen auf einer Übersichtskarte zusammengestellt.


Netzwerk der deutschen Jakobswege

Jede einzelne Wegstrecke – überwiegend als eigenständiger Jakobsweg mit eigenem Namen geführt – wird über eine Kurzbeschreibung erläutert. Zudem sind weiterführende Informationsquellen meist regionalen Ursprungs angegeben. Für alle Streckenabschnitte wird kostenlos zur Navigation eine zugehörige gpx-Datei per Download bereitgestellt. Der Leser wird aufgeklärt, dass letztendlich alle Jakobswege zum Ziel haben, das Grab des heiligen Jakobus d.Ä. in Santiago de Compostela zu erreichen. Die ausgewiesenen deutschen Jakobswege bilden folglich Streckenabschnitte mehrerer, paralleler Wegstrecken, die in ihrer Verlängerung über diverse Landesgrenzen hinweg alle in Santiago enden. Damit könnte ein in Deutschland absolvierter Jakobsweg die deutsche Etappe einer über mehrere Länder erstreckenden Wegstrecke sein, dessen verbleibender Abschnitt zu anderen Zeitpunkten erbracht werden könnte. Die gesamte Wegstrecke von Hamburg bis nach Santiago de Compostela beträgt in Abhängigkeit der jeweiligen Route  ca. 3.000 km.



Landesübergreifender Jakobsweg (deutscher Teil rot markiert)


Mit dem Start auf dem deutschen Jakobsweg könnte ich letztendlich immer noch mein Ziel, bis nach Santiago de Compostela zu pilgern, erreichen. Zu einem späteren Zeitpunkt haben sich vielleicht auch die Rahmenbedingungen für Hin- und Rückfahrt oder für organisierte Gruppenpilgertouren auf dem spanischen Jakobsweg verbessert, so dass meine Bedenken ausgeräumt sind. In dieser ersten deutschen Etappe würde ich direkt vor meiner Haustür in meinem beschaulichen Wohnort Alveslohe starten. In diesem Fall brauchte ich auch lediglich die Rückfahrt für uns und unsere Ausrüstung organisieren. Die könnte vermutlich relativ gut per Bahn erfolgen.
Nach kurzer Überlegung befand ich diese Alternative als einen angemessenen Ersatz für mein gestopptes spanisches Pilgervorhaben und ich habe mich mit der Vorbereitung befasst. Da ich nicht weiß, ob alle von mir ausgesuchten deutschen Jakobswege tatsächlich ausreichend als Pilgerpfad gekennzeichnet sind, habe ich mich hauptsächlich auf die GPS-Navigation entlang der von mir erstellten Route gestützt. Ein entsprechend bestücktes Outdoor-Navigationssystem mit der vorbereiteten gpx-Datei und entsprechendem Kartenmaterial soll uns während der Fahrt den rechten Weg weisen. Die Gesamtwegstrecke von 839 km habe ich auf Tagesetappen mit einer Länge von durchschnittlich 53 km aufgeteilt. Diesen Tagesetappen habe ich - so gut wie möglich - die Wegstrecken der gpx-Dateien zugeordnet.



Zusammengestellte GPS-Wegstrecke aus deutschen Jakobswegen

|  Download gpx-Datei (zip-Format)  |  



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